spielgruppenverein neudorf

Leitbild der Raumspielgruppe

Für das Vorschulkind steht das Spiel im Zentrum seines Lebens


Spielend lernt es sich und seine Umwelt kennen und macht dabei ständig neue Erfahrungen. Kinder in diesem Alter sind sehr entdeckungsfreudig und von einer uneingeschränkten Kreativität. Der engste Familienkreis genügt ihrem Entdeckungsdrang nicht mehr, es drängt sie, diesen für neue ausserfamiliäre Erfahrungen zu verlassen. Eine Möglichkeit dazu sind Spielgruppen. Diese orientieren sich an den Bedürfnissen der Kinder und an deren Entwicklungsstand.


Spielgruppen sind ein soziales Erfahrungsfeld. Die Kinder lernen dabei, ihren eigenen Platz in einer Gruppe Gleichaltriger zu finden. Sich zu behaupten, Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren, einander zu helfen, aufeinander zu hören, aber auch streiten und wieder Frieden schliessen sind Bestandteile des Gruppenlebens. In der Spielgruppe wirken (werken) die Mädchen und Buben mit verschiedensten Materialien, sie spielen, singen malen, kneten, musizieren, lärmen, bewegen sich, erleben die Natur und hören Geschichten. Spielerisches Erleben, lustbetontes Erproben, gemeinsames Tun: das alles steht im Zentrum. Die altersgemässen Bedürfnisse berücksichtigen heisst: die Angebote im spielerischen und kreativen Bereich sind freiwillig. Das Kind erhält auf diese Weise die Möglichkeit, sich bei Bedarf zurückzuziehen, zu beobachten und seinen eigenen Rhythmus zu leben, um auf seine Art am Geschehen teilzunehmen.


Die Spielgruppe verzichtet daher auf einen Spiel- und Lehrplan. Die Kinder bestimmen ihre Aktivitäten soweit wie möglichst selbst. Die Leiterin bietet dazu grossen Freiraum und klare Grenzen an.

 

Braucht es eine Spielgruppe?


Der natürliche, ungefährliche Spiel- und Lebensraum unserer Kinder wurde in den letzten Jahren massiv eingeschränkt. Einer grossen Zunahme des motorisierten Verkehrs steht das Verschwinden attraktiver Spielplätze und Grünflächen gegenüber. Die wachsende Isolation, bedingt durch die Entwicklung zu Kleinfamilien, die Zunahme Alleinerziehender und die zum Teil familienfeindlichen Wohnbedingungen führen dazu, dass Kinderkontakte vermehrt organisiert werden müssen. Mit dieser Erkenntnis wächst das Bewusstsein, dass gezielt neue Erfahrungsplätze geschaffen werden müssen.


Was bringt die Spielgruppe dem Kind?


Im gesicherten überschaubaren Rahmen einer Spielgruppe kann das Kind die langsame Ablösung von seinen engsten Bezugspersonen üben. Es macht erste Schritte in einer ungewohnten Umgebung, hin zur neuen Bezugsperson, hin zu den anderen Kindern mit ihren Eigenheiten, Aggressionen, Liebenswürdigkeiten und Launen, aber auch hin zu mehr Offenheit, Spontaneität und Selbständigkeit. Es erweitert mit dem Bildungsmittel Spiel seine handwerklichen, sprachlichen, geistigen, sozialen und motorischen Fähigkeiten. Durch die Spielgruppe bekommt das Kind seinen ganz persönlichen Erlebnisbereich, den es nicht mit den Geschwistern teilen muss. Es findet einen langsamen Übergang von der Familie zur Klasse im Kindergarten/ in der Basisstufe.


Was bringt die Spielgruppe den Eltern?


Die Spielgruppe kann für die Eltern eine Hilfe sein, aus der Isolation der Kleinfamilie herauszukommen. Sie finden den Kontakt zu Eltern gleichaltriger Kinder und können Erfahrungen austauschen. Den engsten Bezugspersonen des Kindes bietet die Spielgruppe eine Hilfe zur Ablösung. Mütter und Väter können für eine gewisse Zeit ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und werden entlastet. Die Eltern lernen, sich von ihrem Kind und einem Teil dessen Welt zu lösen. Verschiedene Erziehungsstile können erlebt werden und der eigene kann überprüft werden. Die Eltern erleben die Arbeitsweise der Spielgruppenleiterin, das Spielmaterial und die Atmosphäre. Mütter und Väter lernen ihr Knd aus einer anderen Perspektive kennen. Eltern lernen sich mit anderen Meinungen und Ansichten auseinander zu setzen.